Mini JCW GP - wer braucht Porsche?

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A6 Avant V6 TDI
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Mini JCW GP - wer braucht Porsche?

Beitrag von A6 Avant V6 TDI » Do 25. Jun 2020, 14:56

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Eine echte Investition - Mini JCW GP - wer braucht Porsche?
Von Holger Preiss, Nürburgring

Für viele wird es auf dem Rundkurs erst mit 600 PS und mehr sportlich. Dass bereits die Hälfte reicht, beweist der Mini John Cooper Works GP. Der für den Rundkurs optimierte Mini-Bolide hat nämlich mehr als einen großen Heckspoiler.

In der heutigen Zeit ist es gar nicht mehr so einfach, sich mit Begeisterung über schnelle Autos auszulassen, ohne gleich mit der Klimakeule geschlagen zu werden oder die Unterstellung zu hören, dass so ein Auto ja wohl eindeutig der Ersatz für irgendetwas wäre, was zu kurz geraten sei. Insofern dürfen jetzt alle aus dem Text aussteigen, die Sportwagen abhold sind. Auch die, die erfahren wollen, ob hier irgendwo irgendetwas bei irgendwem zu kurz ist, werden nicht auf ihre Kosten kommen. Es sei denn, sie sind der Meinung, dass ein Mini John Cooper Works GP mit 3,88 Metern zu kurz wäre.

Zu kurz ist er nicht, das darf an dieser Stelle verraten werden, aber als GP-Modell ist er auch alles andere als ein stylischer Stadtflitzer. Der Mini-Bolide ist ein Track-Fahrzeug, eine Maschine, die gebaut wurde, um mit maximaler Traktion in die Kurven von Rennstrecke zu stechen, um mit minimalem Gewicht keine Zeit zu verlieren und um mit wenig Kraft dennoch auf der Geraden unglaublich schnell zu werden. Ja, die letzte Ausbaustufe des Vierzylinder-Turbomotors macht den "normalen" John Cooper Works (JCW) zum stärksten jemals für die Straße zugelassenen Mini.

Auf dem Rundkurs sieht es ganz anders aus

Auf dem Rundkurs sieht das natürlich ganz anders aus. Hier, wo sich Porsche, McLaren, Mercedes AMG oder BMW M das Lenkrad in die Hand geben, wirkt der Vierzylinder-Turbomotor mit seinen 306 PS geradezu bescheiden. Auch die 5,2 Sekunden, die es aus dem Stand auf Tempo 100 braucht, werden von den Fahrern der potenten Dickschiffe am Nürburgring belächelt. Noch dazu, wenn man weiß, dass der größere und schwerere JCW die 100-km/h-Marke bereits nach 4,9 Sekunden erreicht hat. Und dennoch würde der Alltagssportler seinem austrainierten Bruder auf dem Track gnadenlos unterlegen sein. Und auch den grinsenden Hypercar-Fahrern dürfte abseits der Gerade das Lachen schnell vergehen.

Denn ein modifizierter Hinterachsträger, ein Strebenrahmen und eine auf höchste Querbeschleunigung ausgelegte Fahrwerksabstimmung lassen das Rennvolk spätestens bei der ersten Kurve ganz alt aussehen. Hinzu kommt eine vergrößerte Spurweite und ein im Vergleich zum JCW noch mal um 10 Millimeter tiefergelegtes Fahrwerk. Um am Ende aber diesen einmaligen Stich in die Kurve möglich zu machen, haben die Ingenieure dann auch noch die Schwenklager neu konzipiert und die Sturzwerte an den Vorder- und Hinterrädern erhöht.

Der große Vorteil des Mini JCW GP auf dem Rundkurs sind die Kurven. Die durchfliegt der kleine Brite förmlich.

Kurz, im Zusammenspiel mit der Sportbremsanlage kann die kommende Kurve mit Vollgas angefahren werden. Doch statt hart anzubremsen, wird der Punkt leicht eingeschliffen, um dann mit der extrem festen und unglaublich direkten Lenkung den Strich vorzugeben. Jetzt spürt der Fahrer, wie die Semi Slicks sich an den Asphalt krallen und dieser Mini, ohne auch nur einen Millimeter vom Kurs abzuweichen, in die Kehre schießt. Aber nur, um am Ausgang auf den Gas-Befehl zu warten, damit er auf die Gerade pfeilen kann.

Da könnte man noch optimieren?

"Noch schöner wäre es gewesen, wenn wir das Gewicht noch etwas hätten reduzieren können", konstatiert Fahrwerksentwickler Jürgen Metz nachdenklich. Bitte? Wir reden hier von einem Kampfgewicht von 1,3 Tonnen. Die werden von einem maximalen Drehmoment von 450 Newtonmetern in Bewegung gesetzt, die bereits bei 1750 Kurbelwellenumdrehungen anliegen und bis 4500 Umdrehungen gehalten werden. Auch das ein Umstand, der dafür sorgt, deutlich potentere Sportwagen auf dem Rundkurs abzukochen.
Quelle: https://www.n-tv.de/auto/Mini-JCW-GP-we ... 69779.html
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A6 Avant V6 TDI
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Re: Mini JCW GP - wer braucht Porsche?

Beitrag von A6 Avant V6 TDI » Do 25. Jun 2020, 14:58

Nette Rennsemmel!
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Re: Mini JCW GP - wer braucht Porsche?

Beitrag von Hoinzi » Do 25. Jun 2020, 15:31

Ist nur im Auftreten ein klein wenig halbstark.

Aber ausprobieren würde ich so eine Rennschachtel schon mal gerne.
Ein Auto. Mit vier Rädern außen und einem innen.

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Flo
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Re: Mini JCW GP - wer braucht Porsche?

Beitrag von Flo » Do 25. Jun 2020, 16:27

Die Kotflügelverbreiterungen wirken arg provisorisch, vom Dachspoiler will ich gar nicht anfangen. Dennoch für Trackday-Neulinge und Nordschleife-Jahreskarten-Fahrer sicher das richtige Einsteigertool. Den besseren Alltagsnutzen sehe ich hingegen im allradgetriebenen JCW, gerade auch im Hinblick auf die Semis.

Und 45.000 € Grundpreis sind für einen Mini auch erstmal eine Ansage.

Der Frontantrieb ist eben so eine Sache, die sich meines Erachtens nur bedingt mit Rennstrecke und Fahrspaß vereinen lässt. Aber für den Anfang gewiss keine schlechte Wahl.


Gruß
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Stoke
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Re: Mini JCW GP - wer braucht Porsche?

Beitrag von Stoke » Do 25. Jun 2020, 18:31

Ein Studienkollege von mir hat den Vorgänger davon gefahren - als Alltagswagen. Brachiales Auto, mit den Semis Natürlich nur sehr begrenzt alltagstauglich. Außerdem wurde er mit der Karre ständig von der Polizei raus gewunken, das hat ihn irgendwann genervt. Aber hat schon Mega Spaß gemacht.

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